Napoleonische Figuren /How to do

Moderator: Rookie

Antworten
Benutzeravatar
Kobiyashi
Beiträge: 437
Registriert: Do 3. Mär 2011, 13:39

Napoleonische Figuren /How to do

Beitrag von Kobiyashi » Fr 22. Feb 2013, 11:25

Zur weiteren Einstimmung auf das Black Powder-Projekt zum Ostcon 2013, habe ich mich entschlossen
mal einen Bau-und Bemalbericht für Historische Figuren einzustellen.

Das werden die letzten beiden Einheiten Infanterie (2 x 24 Figuren) die auf meiner To Do - Liste stehen.

Es handelt sich dabei um das 43. (Monmouthshire) leichte Regiment und das 52. (Oxfordshire) leichte Regiment.
Die Bemalung erfolgt in der Variante mit den dunkelgrauen Hosen für die späte Phase des Krieges auf der
spanischen Halbinsel ab 1811 bzw. auch für die Kampagne1815.


Was ich brauche:
Bild


Die Basis
Bild
Bild


In der Box sind Teile für 52 Figuren enthalten, was also eigentlich für 2 Einheiten a´ 24 Figuren reichen müßte, doch
durch die Aufteilung der Gußrahmen bei Victrix herrscht bei manchen Figurentypen ein Überangebot (Trommler/Sergeants)
für 2 Sets Fahnenträger und Offiziere sind es aber zu wenig. Im Endefekt brauche ich aus der Box 42 Figuren
(wobei ich 2 noch aus meinem Fundes ersetzt habe).

Zum Preis: Für so eine Box ist man z.Zt. mit etwa 20 - 25 € dabei.

Die Fahnen
Bild


Eigentlich bräuchte ich die Fahnen nicht unbedingt, da die leichte Infanterie die Fahnen nicht ins Feld führte (bei den Briten
sehen die Fahnen aber immer so cool aus, deswegen werde ich sie als zusätzliche Option trotzdem nehmen ;) )
Ein Flaggensheet von "Flags for the Lads" ca. 3 €

Das Umbauset
Bild

Die Tchakos der leichten Infanterie unterscheiden sich von denen der Linieninfanterie, deswegen bietet Victrix auch ein Umbauset
an. Es besteht aus den Köpfen, ein paar Armen für Sergeants und Armen für Trompeter (die ich aber nicht brauche)
Kostenpunkt: ca. 15 €


Zusätzliche Kommando-Figuren
Bild

Wenn man mit Napoleonischen Figuren spielt, kommt man an Perry Miniatures nicht vorbei. Wie gut, daß es da eine Kommando-Box
für leichte Infanterie gibt. Darin enthalten sind jeweils 2 (unterschiedliche) Offiziere, Sergeants und Trompeter. Das passt natürlich
genau in meinen Plan und ich hab dadurch Figuren aus der Box frei.
Die Perry`s schlagen mit ca. 9 € zu Buche.



Demnächst geht`s weiter.
"Hab ich fertig."

Benutzeravatar
Kobiyashi
Beiträge: 437
Registriert: Do 3. Mär 2011, 13:39

Re: Napoleonische Figuren /How to do

Beitrag von Kobiyashi » Do 28. Feb 2013, 11:51

Bild

Als nächstes kam nun die Grundierung aus der Dose.
Sprühgrundierung deckt schön gleichmäßig und man spart sich normalerweise die 1. Farbschicht.
Dies gilt für die Plastik-Figuren. Bei Metall-Figuren sollte man auf jedenfall grundieren, da die Farben darauf schlechter
halten. Man minimiert damit, daß sich Farbe an Kanten abreibt, wenn man sie anfasst. Nebeneffekt ist bei einer Grundierung
natürlich auch, daß man noch vorhandene Gußgrate besser sieht.
Ich bevorzuge Grau, einfach weil es eine neutrale Farbe ist, es kommt aber auch darauf an, welche dominante Farbe die
Figur hat. Pferde grundiere ich z.B. immer mit Schwarz, da es gut zu den üblichen Brauntönen passt. In der Zeit um 1800
waren (ganz oder teilweise) weiße Uniformen sehr verbreitet.
Wenn man solche Figuren zu bemalen hat, tut man sich natürlich leichter gleich mit Weiß zu grundieren.
Dass meine Engländer graue Hosen haben, ist natürlich eine willkommene Hilfe.

Die Bases
Ich klebe meine Figuren auf 18 mm Karosserie-Scheiben, damit ich sie entweder einzeln oder auch in entsprechenden
Movement-Trays benutzen kann. Die Bases bei den Victrix-Figuren sind ziemlich groß und mußten angepasst werden.


Bild

Beginnen wir mit dem Bemalen

Die Grundbemalung erfolgt in folgenden Schritten:

Grundfarbe Washing Highlights

Da es bei dem Projekt darum geht möglichst schnell, möglichst viele Figuren in einem zum Spielen geeigneten Standard zu
bemalen, halte ich mich bei der Anzahl der Farbschichten eher zurück und das Highlighten erfolgt nur über Drybrushing.
Für die Figuren ergibt sich damit:

Uniformhose: Basaltgrau Schwarz Basaltgrau
Uniformjacke: Karminrot Sepia Scarlet

(Ich verwende zum Bemalen zu 90% Farben und Washes von Vallejo, man kann natürlich immer die Farben nehmen die man
schon hat, sollte sich aber halt an Vorlagen halten.)

kurze Begriffserklärung: Washing = bemalen mit stark verdünnter, dunklerer Farbe über die Grundfarbe, damit diese in
Zwischenräume/Falten läuft. (Grundfarbe sollte gut getrocknet sein)

Drybrushing/Trockenbürsten = überstreichen der hervorstehenden Figurenteile mit einem Pinsel
der nur noch sehr wenig Farbe enthält.

Bild

Für die Gurte benutze ich die Blocktechnik, das heist ich male mit Schwarz vor um mehr Tiefenwirkung zu erreichen,
wenn man beim bemalen der Gurte bei den Kanten oder Kreuzungspunkten etwas Schwarz stehen läßt. Das Gurtzeug besteht aus
den Bandolieren für Munitionstasche und Bajonet (überkreuz) sowie Tragegurten für Wasserflasche, Brotbeutel und Rucksack,
es bleibt vorne also nicht mehr viel Rot übrig.

Bild

wird fortgesetzt
"Hab ich fertig."

Benutzeravatar
Kobiyashi
Beiträge: 437
Registriert: Do 3. Mär 2011, 13:39

Re: Napoleonische Figuren /How to do

Beitrag von Kobiyashi » Mo 18. Mär 2013, 13:02

Und weiter geht`s.

Als nächstes habe ich das Gurtzeug, Brotbeutel und Wasserflasche bemalt, wobei Brotbeutel und
Wasserflasche dann noch ein Washing in Sepia, bzw. Blau erhalten haben.
Ich hoffe man sieht einigermaßen den Effekt bei der Blocktechnik zusammen mit dem Washing.
Da man ja beim spielen die Figuren doch von etwas weiter weg betrachtet, ist gerade bei Figuren
mit mehreren Schichten Kleidung/Ausrüstung eine stärkere Abgrenzung wichtig.

Bild

Bild

Bild

Nachdem die Figuren ihre Grundbemalung erhalten haben, geht es weiter mit den "Anbauteilen",
d.h. Arme und Köpfe.
Diese bemale ich bis zu einem gewissen Punkt eigentlich immer am Gußrahmen und zwar aus
folgenden Gründen:

1. man muß die Teile nicht einzeln in die Handnehmen und malt hintereinander weg (spart Zeit).

2. Einen Gußrahmen kann man einfacher zur Seite legen als einzelne Teile (z.B. zum Trocknen der Farben)
Ist natürlich auch eine Frage des Platzes und wie hungrig das Teppichmonster ist.

3. Damit ich mit den Teilen nicht durcheinander komme (hängt vom Bausatz ab, bei diesem
gibt es einige sehr ähnliche Teile für verschiedene Armhaltungen).

Nachteil ist naturlich, dass ich die Stellen wo ich später die Teile aus dem Gußrahmen trenne nachmalen muss,
aber Korrekturen an der praktisch fertigen Figur fallen meist sowieso noch an. Außerdem versuche ich möglichst
viele Angußstellen zu lösen bevor ich die Teile bemale.

Es ist auch eine Sache der Motivation monoton immer das Gleiche nacheinander zu bemalen, ohne ein richtiges
Erfolgserlebnis zu haben (sprich fertige Figur). Jedoch kann man so mal kurzfristig (und wenn´s nur ne Stunde ist)
einen bestimmten Teil der Figuren bemalen und das summiert sich auch.

Man könnte natürlich auch die Figur zusammenbauen und dann bemalen (was man bei einteiligen Figuren ja sowieso
machen muss), aber so kommt man an alle Stellen und tut sich leichter.

Aber auch hier sollte man beachten, immer von Innen nach Außen zu malen.

Bild

Bild

Gesichter und Hände haben eine Bemalung bekommen in folgender Reihenfolge:
Basic Skintone Washing in Dark Fleshtone Drybrushing in Skintone (aufgehellt) Highlights in Light Fleshtone.
(die Köpfe der Zusatzpackung sind mMn. nicht ganz so "ausdrucksstark" und etwas kleiner wie die Originalen)

Im Moment sehen sie nach etwas komisch aus, das gibt sich aber noch wenn die Details wie Haare usw. dazukommen.

Bild
"Hab ich fertig."

Benutzeravatar
Kobiyashi
Beiträge: 437
Registriert: Do 3. Mär 2011, 13:39

Re: Napoleonische Figuren /How to do

Beitrag von Kobiyashi » Mi 20. Mär 2013, 09:22

Kleines Update:

Die Rucksäcke sind auch so gut wie fertig (das Bild tausch ich noch mal aus)

Bild

Die Köpfe des Zusatzsets gefallen mir immer weniger. Ich hab mal direkt verglichen und stelle fest, dass sie definitiv kleiner sind
als die im Bausatz. Durch die Größe finde ich sie etwas verwaschener von den Details her (kann natürlich auch subjektiv sein, da die Originale
etwas übertriebener sind).

Bild
Bild

Vergleich an einer Figur

Bild

Dafür, dass der einzige Unterschied ein kleines Jagdhorn (das man sowieso fast nicht erkennen kann) anstelle des Tschakoblechs ist,
überleg ich mir gerade, ob ich irgendwann das Blech an den Originalen wegschneide und die Köpfe wieder austausche.

Ansonsten komm ich langsam auf die Zielgerade, d.h. die Figuren sind zusammengebaut und ich habe hauptsächlich noch die Köpfe
und einige Detailarbeiten vor mir. Dann bin ich in etwa auf diesem Stand (da haut die Nahaufnahme wieder rein :roll: ) :

Bild

Das ist der Zeitpunkt, wo man jetzt ein Ende kommen sieht und sich mit jeder Figur freut die fertig wird.

Im nächsten Teil werden die Figuren dann fertig bemalt sein und es geht los mit dem Basen der Figuren.
"Hab ich fertig."

Benutzeravatar
Kobiyashi
Beiträge: 437
Registriert: Do 3. Mär 2011, 13:39

Re: Napoleonische Figuren /How to do

Beitrag von Kobiyashi » Do 28. Mär 2013, 10:53

Die Figuren sind fertig bemalt.

Bild

Da es bei den ersten Spielsystemen für "historisches Tabletop" mehr um Skirmish und kleinere Einheiten drehte,
habe ich am Anfang die (Infanterie-)Figuren einzeln gebased und habe dafür Karosseriescheiben mit 18 mm Durchmesser
als Unterlage benutzt. Dies habe ich später beibehalten.

Bild

Ich benutze zum Basen Holzspachtelmasse aus dem Baumarkt (große Tube :D ). Diese hält nicht nur auf Holz, sondern auch auf
Metall und Kunstoff. Da sie wasserverdünnbar ist, kann man je nach dem eine rauhere oder glatte Oberfläche erzielen oder
sogar unverdünnt die Base direkt modulieren. Ich tendiere mehr zu einer dickflüssigeren Variante (also verdünnt), da
sie sich so leichter und schneller auftragen lässt. Beachten muß man bei der Verdünnung, wenn der Wasseranteil zu hoch
ist kann es beim Trocknen zu Rissen kommen (kann man aber mit dickerem Farbauftrag kaschieren) und außerdem reduziert
sich durch die Verdunstung die Masse und der Spachtel sinkt ein.
Zum Aufspachteln benutze ich meist Holzreste (es gehen auch z.B. Reste aus Plastiksheet), man muss nur darauf achten, dass
man die Reste der Spachtelmasse regelmäßig entfernt, da sie schnell am Spachtel antrocknet und es dadurch zu Unregelmässigkeiten
beim Auftragen kommen kann.
Das Spachteln ist ansich keine große Kunst. Einfach den Unterschied von der Karosseriescheibe zur Base der Figur zuspachteln, je nach Hersteller der Figuren braucht man halt dann mehr oder weniger, je nach dem wie groß der Unterschied ist.

Bild

Nach dem Trocknen (ca.2 - 4 Stunden je nach Verdünnung) kann man die Base mit allen üblichen Farben bemalen.
Ich habe noch nicht ausprobiert, die Spachtelmasse vor dem Auftragen direkt mit Abtönfarbe einzufärben, steht aber auf meiner
Liste.
Die Base kann man auch noch vor dem Bemalen mit Holzleim und Modellsand bestalten und anschließend bemalen (werd ich
irgendwann noch machen, mich schreckt aber ab, dass ich das bei ca. 800 Figuren machen müsste).

Bild

Für Systeme wie Black Powder, bei denen man mehrere Figuren auf einer Base (also Multibases) benötigt, musste ich eine andere
Lösung finden. Die Lösung waren Bases mit Aussparungen für die Karosseriescheiben. In England werden solche angeboten für
Figuren die auf 1 oder 2 pence-Münzen gebased sind. Bei http://www.warbases.co.uk/ kann man verschieden Formate bestellen und kann sich sogar die
Aussparungen zurechtschneiden lassen. Ich habe meine (2 x 2 Figuren) auf 19 mm Durchmesser lasern lassen um Überstände
beim Spachteln auszugleichen.

Bild

Damit ist der Bericht eigentlich beendet. Wenn mir noch was einfällt ergänze ich das noch.

Ach ja, das ist als nächstes dran ;) (Englische und Französische Dragoner).

Bild

Bild
"Hab ich fertig."

Antworten