Schritt für Schritt zur Infanterie

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Schubi
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Schritt für Schritt zur Infanterie

Beitrag von Schubi » Sa 22. Mai 2010, 15:41

Hab hier mal die Schritte fotographisch festgehalten, wie ich meine Infanterie von Anfang an zusammensetze. Vielleicht kann der ein oder andere ja damit was anfangen.

Die ersten drei Schritte:

1) Raus aus der Packung, feilen und klippen, Basen und Figuren waschen (warmes Wasser und Kernseife), Basen mit Teppichmesser über Kreuz einkerben (kann man auf dem ersten Foto noch schön sehen). Dann klebe ich schon (Superpreis Baumarkt Kleber: Work it power glue - danke Matzke!).

2) Holzpaste (Aqua Clou, Mahagoni dunkel vom OBI) mit etwas Vogelsand (Edeka) und wenig Wasser anrühren und mit einem alten Pinsel auftragen. Die Paste lässt sich an Figuren mit Wasser einfach wieder abwaschen. Dann nochmal Sand und Steine drauf.

3) Schwarz (matt!) ansprühen (Armypainter)
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Re: Schritt für Schritt zur Infanterie

Beitrag von Schubi » Sa 22. Mai 2010, 15:43

Weiter gehts:

4) Von innen nach außen malen. Ich fang mit den Gesichtern an, da kann ich dann auch ein wenig patzen. Mit den Helmen mach ich meist weiter, dann kann ich die Gesichtspatzer gleich wieder korrigieren.

Mehr, wenn ich wieder Nerven hab. ;) Das ist im Übrigen ein britisches Rifle/MG team.
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Re: Schritt für Schritt zur Infanterie

Beitrag von Hellgore » Sa 22. Mai 2010, 16:00

Sehr schön, das ist ne coole Anleitung. Bringt zum Beispiel jemandem wie mir schomma was :)
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Re: Schritt für Schritt zur Infanterie

Beitrag von Schubi » Sa 22. Mai 2010, 17:21

Varianten wie man die Sache angeht, gibts ja viele. Ich hab mich vorher auch im Internet schlau gemacht und der Workshop im Laden war auch astrein. Bei Panzern kann man sich dann auch wieder streiten, wieviele unterschiedliche Schritte man unbedingt braucht. Letztenendes muss man einfach ein Zwischending finden, um zeitig spielen zu können und nicht zu schäbig auszusehen.

Man wird bei späteren Bildern noch sehen, wie gerade die letzten Schritte "wash" und "drybrush" einem viel Arbeit abnehmen. Die sind meiner Meinung nach bei Infanterie sogar einfacher als bei Panzern (ausnahmsweise mal). Vielleicht gehts ja morgen sogar schon weiter im Text.

Wenn ich meine M10C vom Seitzi bekomme, kann ich ja mal was für Fahrzeuge einstellen. Der wichtigste Grundsatz (auch wenns immer schön hohl klingt) lautet: weniger ist mehr. Lieber mehrmals über eine Stelle, als mit einem Pfund Farbe die Vertiefungen zugekleistert - hab ich heute schon wieder erkennen müssen.

Ich male hier im Übrigen mit einem Rothaar Pinsel von Pegasus, Größe 0/3, also mit dem kleinsten aus dem Set. Schöne Pinsel gibts aber auch im Müller (da war ich auch überrascht).
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Re: Schritt für Schritt zur Infanterie

Beitrag von Schubi » So 23. Mai 2010, 13:27

Weiter geht’s mit der Bemalfibel.

Die Briten haben entscheidende Vorteile:

- Hosen und Jacken sind in derselben Farbe und haben kein Tarnmuster
- die Schuhe sind schwarz, da muss ich nach dem Grundieren gar nicht mehr drüber.

Somit hab ich erst die Uniform angepinselt, danach mit Khaki Rucksack und größere Taschen. Den ganzen Kleinkram lass ich meist weg. Dann mit Gunmetal alles was metallen ist, also Spaten, Schnallen und Teile der Gewehre.

Dabei sieht man immernoch, wie klobig die Farbe an manchen Stellen wirkt (obwohl ich einfach nur einen Tropfen der Farbe aufnehme und mit diesem male - meist wische ich den auch vorher noch mal ab). Das liegt zum einen daran, dass die Kamera natürlich gnadenlos alle Patzer aufnimmt, die das Auge eigentlich nicht so sehr sieht und zum anderen daran, dass der "Wash" einfach noch nicht drauf ist und natürlich auch das "drybrushing" noch kommt.

Da ich Euch nicht mit jedem Farbklecks nerven will, gehts weiter, wenn die Basen fertig grundbemalt sind.
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Re: Schritt für Schritt zur Infanterie

Beitrag von Schubi » Mo 24. Mai 2010, 15:17

Ein kleines Vorher-Nachher Spiel.

In diesem Schritt sehen wir die fertig bemalte Base. Immernoch wirken die Farbe recht hart. Um die Farben zu glätten und Vertiefungen abzudunkeln wird ein Wash aufgetragen...
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Re: Schritt für Schritt zur Infanterie

Beitrag von Schubi » Mo 24. Mai 2010, 15:32

Jetzt wird der Wash angemischt - jegliche Vergleiche mit Milch lasse ich an dieser Stelle, das hat mich keine Schritt weiter gebracht ;)

Ich habe den fertigen Wash von Vallejo und Marke Eigenbau verglichen und rate dazu, den Wash selbst herzustellen. Dauert nicht lang und funktioniert besser. Quickshade soll ja auch gehen, wäre mir aber echt zu heikel die kleinen Figuren da rein zu tauchen. Selber washen ist sicherlich einfacher, billiger und besser zu regulieren.

Anmischen: Ich nehme einfach eine Pipette voll Wasser und mische ganz wenig Schwarz dazu. Alles verrühren und mit einem älteren Pinsel mal irgendwo austesten. Das ganze sollte schon sehr wässrig sein - weniger ist mehr, einfach austesten wie die Figuren aussehen und wenns zu hell ist, nochmal drüber.

Ich wasche prinzipiell die gesamte Base, d.h. Figur für Figur komplett abtupfen und dann die bemalte Holzpaste mit dem Sand. Farbe geht dabei trotz dem ganzen Wasser nicht ab, wenn alles vorher gut getrocknet ist.

Trocknen ist das Stichwort: Die Base wird eine Weile zum Trocknen brauchen, bis das gesamte Wasser verdunstet ist. Wer zu schnell mit dem nächsten Schritt - dem drybrushing - beginnt, wird keinen Spaß haben und die Arbeit war umsonst. Bei mir bleibt das Wasser als letztes auf der Paste liegen, weil ich da ordentlich draufpacken. Erst wenn die Paste nicht mehr schimmert, ist die Base trocken. Ich tupfe vorher am Rand nochmal mit einem Tuch drauf um sicher zu gehen.

Das Ergebnis ist ein sauberer Farbübergang, die Figuren wirken runder, die Vertiefungen, wo das Schwarz bleibt, bilden nun Schatten. Die ganze Aktion dauert pro Base vielleicht eine Minute.
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Re: Schritt für Schritt zur Infanterie

Beitrag von Schubi » Mo 24. Mai 2010, 17:04

Letzter Bemalschritt - drybrush:

Einfach Schritt für Schritt durch die Farben gehen und diese mit Weiß aufhellen (anmischen). Dann einen harten Pinsel nehmen und Farbe drauf. Den dann ein paar mal über ein Papier (ich nehm immer Küchenrolle) wischen, bis kaum mehr Farbe hängen bleibt. Dann über die Kanten der Figuren. Bei Panzern nehme ich einen speziellen Pinsel, bei den Figuren ist mir das zu stressig, strikt alle Kanten abzuwischen. Somit gehe ich mit gaaaanz wenig Farbe einfach mit einem harten, leicht ausgefranzten Pinsel zwei-drei mal über die hervorstehenden Stellen.
Die Farbe darf dabei nicht nass sein, sonst wischt man man gleich nen hellen Streifen auf die Figur. Es sollen ja nur die Erhebungen hell werden.

Da hier grad ein Gewitter aufzieht, sind die Fotos etwas dunkel. Man erkennt den Effekt aber an den Beinen der liegenden Figuren und besonders bei den Steinen und der Holzpaste mit dem Sand.

Das einzige was ich nicht aufhelle ist die Haut, da kann man aber auch diskutieren. Ich fande die Figuren dann immer ein wenig käsig - wobei, sind ja Briten (aber vielleicht sollte ich dann in Frankreich einen schönen Sonnenbrand draufpacken) :D

Nächster Schritt: Lack und (Leder?, nee...) Laune
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Re: Schritt für Schritt zur Infanterie

Beitrag von Schubi » Di 25. Mai 2010, 18:57

Letzter Schritt: Lacken und Flocken bis die Haare locken

Das Lacken geht bei mir recht fix: Armypainter matt varnish, schön zwei Schichten auftragen und gut.

Dann lange genug warten, bis die Base wieder trocken ist (ca. 1 Stunde steht auf der Dose).

Dann kommt der Spaß mit dem Flock. Material gibts entweder beim Schleier oben, oder von Armypainter. Erst ein wenig Holzleim (ich nehm Ponal Express weil wasserlöslich, gibts in jedem Baumarkt) irgendwo in ein Schälchen (Blisterpackungen eigenen sich hervorragend) und dann mit einem alten Pinsel die Base da einstreichen, wo der Flock hin soll. Flock drauf, festdrücken, 5 Minuten warten, abklopfen, draufpusten, freuen :D

Fertig ist die Base.
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Re: Schritt für Schritt zur Infanterie

Beitrag von Schubi » Di 25. Mai 2010, 19:02

Zum Abschluss noch ein paar Bilder einer anderen Base.

Das wars, machts gut, Euer Bob Ross ;)
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